| widererwarten bin ich wieder zurück. Oder hätte mir das klar sein müssen? Nein.
Ich könnte ein Buch schreiben:
Ich fuhr gegen 19 Uhr enthusiastisch los und gegen halb 10 war ich bei ihm angekommen, vermutete ich. Er erzählte von einer Doppelhaushälfte und einen Hof mit den Autos. Ein kleiner Hof mit etwas Kies und ein unverputztes "Doppelhaus" lagen in der Tat vor mir. Ich reif ihn an, ob ich richtig wäre, er würde raus kommen. Und er kam. Mein erster Gedanke 'wow, so hatte ich ihn mir nicht vorgestellt'. Er ist doch etwas übergewichtig, hat Muskeln, aber er hat definitiv zu viele Kilos, was mir lt. dem Foto nicht so klar war und ich mir auch lt. seiner Aussagen nicht dachte. Aber wayne, erst mal die Lage auschecken und dann urteilen. Er war nervös, sehr nervös, im Gegensatz zu mir. Wir gingen ein Stück, er zur Tanke, Red Bull holen, er kam ne Weile nicht runter, brachte keinen Ton raus :D ich war sehr beeindruckend ^^ wir gingen weiter durch die Stadt, setzten uns im "Park" unter einen Pavillon und versuchten ein Gespräch zu beginnen. Wir saßen dort bis ca. 2 Uhr und gingen im Regen nach Hause. Vor der Haustür kam es dann ein paar Annäherungen, weil ich mochte ihn ja trotz allem irgendwie. Mehr als harmlose Küsse gabs aber nicht.
Wir gingen rein. Es roch nach Katzenklo, das auch direkt im Gang stand. Sie züchten Main Coon Katzen und haben momentan 6 Katzen, die auch alle wunderschön sind und in die ich mich gleich verliebt hatte. Ich hatte mir die Küche und den Gang und das Esszimmer nicht so genau angesehen, befand es als sehr pompös was die Deko und die Vorhänge angeht und etwas dunkel. Wir gingen nach oben. Der Treppenaufgang machte mir auch nicht große Sorgen, der obere Gang aber, sah irgendwie dreckig aus. Er bat mich in sein Zimmer und ich brachte den Mund vor Erschütterung nicht mehr zu.
Dieses Zimmer ist nicht sehr groß, wirklich nicht, stand aber voll (!) mit Schränken, einem Bett, Schreibtisch, kleiner Tisch, Sofa, Regalen, Fernseher etc. Der Teppich war übelst dreckig, ich hatte keine Hausschuhe dabei und musste echt aufpassen wo ich reintrete.. Spinnweben an der Decke, dreckiger Boden, verstaubte unordentliche Regale, ein offener Schrank voll mit Krempel, ein Besen lag auf dem Boden rum, das Bett, nunja, ich hatte Hemmungen, aber es ging, es waren nur ein paar Fusseln. Es war saukalt. Ich saß auf dem Bett und er auf der Couch. Ich sagte ihm, wie unordentlich ich es fand und wieso er nicht aufgeräumt hat oder wenigstens mal gesaugt. Er kam mit Ausreden und dass er es nicht als so schlimm empfand. Als ich ihm jedes kleine Detail offenlegte kam er ins Denken und fühlte sich schlecht. Ich wollte aufs Klo gehen bevor wir schliefen. Er wies mich an, wo ich hingehen sollte.. ich ging ins Bad. Ein weiß gefliestes Bad mit prachtvollen Vorhängen. Der Boden war bedeckt (!) mit langen schwarzen Haaren.. ich umging sie so gut es geht zur Toilette und dachte mir, das kanns nicht sein, das kanns einfach nicht sein. Nicht mal eine Seife war am Waschbecken, Handtücher hab ich nicht gefunden. Ich ging zurück ins Bett. Das Bett: es war groß genug für uns zwei, allerdings lag ich sehr hoch wegen der Kissen, ich wollte keins wegtun, weil darunter irgendwas hartes und wahrscheinlich unsauberes lag und versuchte einfach einzuschlafen. Als es schlagartig laut wurde und der Herr neben mir einen aufschnarchte und ich nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Ich schlief doch irgendwann ein, mir war immernoch elend kalt. Ich schlief im Pullover, meiner Schlafanzughose, meinem Schal und Socken.
Als ich aufwachte war mir immernoch zum Heulen zumute. Wir standen um 1 auf. Ich sagte ich gehe jetzt 10 Minuten ins Bad und ich möchte dann bitte einen Kaffee.
Ich kam runter in die Küche, ein Fernseher mit Kika lief, die Katzen tummelten sich und ich setzte mich auf einen Stuhl, der am Glastisch stand, der aber fast die Lehne verlor, weshalb ich mich nicht anlehnen konnte. Er kochte Wasser auf dem Herd, weil sie keinen Wasserkocher haben. Ich dachte eigentlich er macht ne Kaffee Kanne in der Maschine, die prachtvoll auf der Anrichte stand, nein, es gab löslichen Kaffee, Billigmarke, roch seltsam, ich hab ihn versucht, konnte ihn nicht trinken, widerlich, einfach nur widerlich. Ich weiß wie ich das bei einem Nescafé zu dosieren habe, bei dem Billigding offenbar nicht. Ich fragte nach Milch & Zucker. Milch war keine da. Super. Dann wenigstens Zucker. Er stellte mir eine Packung (!) - die, die man kauft, zum Nachfüllen, zum Backen - her und ich nahm mir einen Löffel. Das machte den Kaffee aber nicht besser. Ahja, der Tisch: ein großer eigentlich schöner Glastisch, bedeckt mit Fußspuren von den Katzen. Ich fragte ihn irgendwann, ob die den Tisch nicht ab und an mal abwischen.. "oh natürlich, ich hol einen Lumpen" ... einen Lumpen!??? Er holte tatsächlich etwas, das nach einer Mischung zwischen Lumpen und Geschirrtusch aussah, machte diesen nass und wischte den Tisch ab. Er war danach auch scheinbar sauberer aber ich war immernoch entsetzt.
Ich war aufgebracht, eine Zigarette nach der anderen, weil ich so genervt war von der Situation. In diesem Haus durfte man auch überall uneingeschränkt rauchen.
Mein einziger Gedanke war, hier kann und werde ich nicht bleiben.
Wir redeten, zaghaft, aber wir redeten. Ich erklärte ihm meine Lage, meine Abneigung, dass hier alle super unordentlich sind, Mutter wie Schwester wie er selbst. Ich machte ihm klar, dass er 22 ist und dass eine gewisse Grundsauberkeit in jedem scheiß Haushalt, vor allem wenn man Katzen hat, einfach Standard sein muss und dass man in der Lage sein muss, sein Zimmer ordentlich und sauber zu halten. Ich erklärte, dass ich seit 16 eine Wohnung habe, dass ich pinibel sauber bin und von mir behaupte unordentlich zu sein aber das was ich hier gesehen habe, mich wirklich schockiert.
Wir passen schon allein deswegen nicht zusammen. Ich mag seine Art, wenn ich sie deuten kann, was mir meist sehr schwer fällt. Es war anders als in den schönen Telefonaten. Ich sagte ihm, dass ich uns keine Chance gebe. Wir diskutierten eine Weile darüber. Ich hab ihn verletzt, weil er mir offen sagte, dass er mich trotz allem liebt. 'Du kannst mich gar nicht lieben' entgegnete ich ihm und sagte ihm warum. Er kennt mich zwar, aber kann sowas nicht einfachso sagen, wir haben keine Zeit miteinander verbracht, er weiß nicht wie ich bin, ich habe mich ihm geöffnet, aber er weiß trotzdem nichts. Egal. Er fiel in tiefe Traurigkeit und sagte, er würde wieder an den Nullpunkt zurückgehen und sich hinter seiner Fassade verstecken.
Bis in den Abend hin sprachen wir darüber. Er bedankte sich im Nachhinein bei mir, für meine offene ehrliche Art, dass ich ihm seine Defizite aufgezeigt habe und er würde an sich arbeiten, und versuchen, es als Erfahrung abzuhaken. Weil, das Leben geht weiter, ich bin nur eine Frau und es kann sich für ihn noch viel ergeben, ich bins nicht. Ich gebe ihm auch keine Chance in der Zukunft, egal was sich wie ändert, für mich geht es definitiv nicht.
Er meinte, er möchte mich nicht ganz verlieren und versucht, eine Freundschaft irgendwie aufrecht zu erhalten. Er bringt alles ganz cool rüber aber innerlich zerreisst es ihn, das weiß ich und er sagte es auch. Nur, helfen kann ich ihm nicht.
Es tat weh, zu fahren, weil ich wieder was zerstört habe, weil ich Luftschlösser zerstöre, weil ich Menschen kaputt mache, aber ich kann nichts tun, was gegen meine Prinzipien und Gefühle spricht.
Anmerkung: ich habe den ganzen Tag nichts gegessen, ich hätte mich auch geweigert, irgendwas aus dieser Küche zu essen.
Ich fuhr los, anfangs noch ganz chillig. Auf der A8 Richtung Augsburg nur Baustelle. Diese tollen Strecken mit den orangen Linien wo ich mir keine LKWs überholen traue. Ich bin zwischenzeitlich, bestimmt 50 km zwischen zwei Stück gefahren, weil es geregnet hat wie die Sau, ich nichts gesehen habe und mich schon gar nicht überholen traue. Der LKW hinter mir hat zwei mal mit Lichthupe versucht mich zum Überholen zu bewegen aber es ging nicht. Ich bin eh 90 gefahren. Dank der Baustellen habe ich eine Ausfahrt verpasst und bin einen Umweg gefahren. Ich war 20km vor München, als es wieder Richtung Heim ging. 80% der Strecke war Baustelle, ungelogen, anstrengend ohne Ende. Ich war fertig mit den Nerven als ich in einem Mc Donalds saß und mir drei kleine Burger gönnte, auf die mir schlecht wurde. Ich war gegen halb 12 zuhause und war erleichtert. Erst mal alle Klamotten in die Wäsche, geduscht und ab in mein sauberes Bett...
Heute hab ich mit Jana telefoniert, die es schon wusste. Er hats ihr gesagt, wir haben ne Weile drüber geredet und scheinbar ist alles gut. Mir gehts ganz okay... ich werd meine Haare föhnen und noch in die Stadt gehen mir ein paar Sachen kaufen, Essen holen und dann am Abend Steffi anrufen.
Ich wollte zu Christoph auf Abstand gehen, aber ich machs nicht. Wenn ich Bock auf Aion habe, spiele ich auch, wenn ich im TS sein will, geh ich auch rein, aber momentan no Chance, ich hab keine Lust. Ich will nicht. Ich kündige heute mein Abbuchungs-Abo von Ncsoft und werde erst mal nicht spielen. Ich werd Jana immer mal wieder anrufen um so in Kontakt zu bleiben, aber ich möchte nicht mehr, ich hab keine Lust. Die letzten 2 Wochen hab ich kein Aion gespielt, weil ich einfach keine Lust mehr habe und vll fang ich eines Tages wieder an. Mal sehen..
Ich werde nichts mehr mit Online-Bekanntschaften anfangen und ich rate auch jedem davon ab.. ich hab keinen Bock mehr. Donnerstag geh ich mit meiner Schwester ins Cube, Freitag ins Teehaus, vll lern ich jmd. kennen.
Ich bin fertig mit den Nerven. |